EFX 2026: Warum moderner ESD-Schutz mehr als eine bestandene Prüfung braucht
9.10.2026
Drei Tage EFX 2026 in Stuttgart liegen hinter uns. Für KEINATH Electronic stand dabei nicht nur die Präsentation innovativer ESD-Messtechnik im Mittelpunkt, sondern vor allem eine zentrale Frage: Wie lässt sich ESD-Schutz in der Elektronikfertigung langfristig sicher, effizient und nachvollziehbar gestalten?
Die Anforderungen an moderne Elektronikfertigungsprozesse steigen kontinuierlich. Elektronische Bauteile werden leistungsfähiger, Fertigungsprozesse komplexer und die Erwartungen an Qualität, Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit höher. Damit gewinnt auch der Schutz vor elektrostatischen Entladungen (Electrostatic Discharge, ESD) weiter an Bedeutung.
Auf der EFX 2026 präsentierten wir mit unserem sparktrap® EPA SafeAssure® und dem sparktrap® EPA Gatekeeper® zwei Lösungen, die unterschiedliche Bereiche des betrieblichen ESD-Schutzes unterstützen.
Die Zukunft des ESD-Schutzes liegt nicht allein in der Messung, sondern im intelligenten Zusammenspiel von Prüfung, Überwachung, Auswertung und Dokumentation.
Die Einrichtung einer ESD-Schutzzone (Electrostatic Protected Area, EPA) ist eine wichtige Grundlage für den sicheren Umgang mit elektrostatisch gefährdeten Bauteilen. Doch die einmalige Einrichtung einer EPA reicht nicht aus. Arbeitsplatzbedingungen verändern sich. Materialien unterliegen Verschleiß, Umgebungsbedingungen schwanken und auch menschliche Einflüsse können die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen beeinträchtigen.
Regelmäßige Prüfungen gemäß den relevanten Anforderungen der Normenreihe DIN EN IEC 61340 sind deshalb ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen ESD-Kontrollprogramms. Entscheidend ist jedoch nicht nur, ob eine Prüfung durchgeführt wird, sondern auch, wie zuverlässig, effizient und nachvollziehbar sie erfolgt. Ein Messwert bildet zunächst einen bestimmten Zustand zum Zeitpunkt der Prüfung ab. Erst durch die fachgerechte Bewertung, eine geeignete Prüfhäufigkeit und eine nachvollziehbare Dokumentation entsteht daraus eine belastbare Grundlage für die Qualitätssicherung.
In vielen Unternehmen gehören unterschiedliche Messgeräte, manuelle Dokumentationsschritte und die anschließende Übertragung von Ergebnissen noch immer zum Prüfungsalltag. Das kann zeitaufwendig sein und zusätzliche Fehlerquellen schaffen. Mit dem sparktrap® EPA SafeAssure® verfolgen wir deshalb einen ganzheitlicheren Ansatz.
Das digitale ESD-Multimeter vereint zahlreiche Messfunktionen in einem System und ermöglicht es, Messergebnisse direkt am Gerät auszuwerten und zu dokumentieren.
Zu den möglichen Anwendungen gehören unter anderem:
Oberflächen-, Volumen- und Ableitwiderstandsmessungen
Erdableitwiderstandsmessungen
Elektrostatische Feld- und Potenzialmessungen
Walkingtests zur Beurteilung der Personenaufladung
Messungen zum Ladungsabbau
Überprüfung der Entladeleistung von Ionisatoren
Erfassung relevanter Umgebungsbedingungen wie Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit
Durch die digitale Benutzerführung und die integrierte Auswertung lassen sich unterschiedliche Prüfaufgaben strukturiert durchführen.

Das Ziel: Weniger Medienbrüche, einfachere Prüfabläufe und eine bessere Nachvollziehbarkeit der Messergebnisse.
Gerade dort, wo zahlreiche ESD-relevante Betriebsmittel regelmäßig geprüft werden müssen, kann dies einen wichtigen Beitrag zur Effizienz der Qualitätssicherung leisten.
Neben der regelmäßigen Überprüfung von Arbeitsplätzen, Materialien und Betriebsmitteln spielt die Personenerdung eine wesentliche Rolle.
Denn selbst eine technisch gut ausgestattete EPA kann ihre Schutzwirkung nicht vollständig entfalten, wenn die vorgesehenen Schutzmaßnahmen nicht konsequent angewendet werden. Hier setzt der sparktrap® EPA Gatekeeper® an.
Das Personenprüfgerät ermöglicht die systematische Überprüfung relevanter Personenerdungsmaßnahmen und unterstützt Unternehmen dabei, die Einhaltung ihrer ESD-Schutzvorgaben am Zugang zur EPA zu kontrollieren.

Wer ESD-Prüfungen durchführt, kennt die Herausforderung: Die Messung selbst ist häufig nur ein Teil des gesamten Arbeitsaufwands. Hinzu kommen die Erfassung der Ergebnisse, die Zuordnung zu Betriebsmitteln, die Bewertung möglicher Abweichungen und die Bereitstellung geeigneter Nachweise.
Eine nachvollziehbare Dokumentation ist jedoch weit mehr als eine formale Anforderung, sie unterstützt Unternehmen dabei, Veränderungen zu erkennen, Maßnahmen zu überprüfen und Prüfprozesse reproduzierbar zu gestalten. Digitale Lösungen können hier helfen, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und Informationen direkt im Zusammenhang mit der jeweiligen Messung zu erfassen.
Nicht die Menge der gesammelten Daten entscheidet über die Qualität des ESD-Schutzes, sondern ihre Aussagekraft und die daraus abgeleiteten Maßnahmen.
Die EFX 2026 bot für uns eine wertvolle Plattform, um unsere Entwicklungen zu präsentieren, neue Kontakte zu knüpfen und den persönlichen fachlichen Austausch zu führen. Besonders wichtig ist uns dabei, moderne Messtechnik nicht nur theoretisch vorzustellen, sondern ihre Anwendung im betrieblichen Alltag greifbar zu machen. Denn technische Innovation sollte immer einen konkreten Nutzen erfüllen.
Für den ESD-Schutz bedeutet das: Prüfungen vereinfachen, Prozesse transparenter gestalten und Verantwortliche dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Die Messe ist vorbei, doch die Herausforderungen bleiben.
Wir unterstützen Sie gerne dabei, bestehende Prüfabläufe zu betrachten und geeignete Lösungen für Ihre Anforderungen zu finden.
Entdecken Sie unsere Lösungen für die moderne ESD-Prüfung und vereinbaren Sie eine persönliche Produktdemonstration.
Unsichtbare Risiken. Messbare Verantwortung.
Vielen Dank an alle Besucherinnen und Besucher, Geschäftspartner und Interessenten für den Austausch auf der EFX 2026!
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