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Latente ESD-Schäden, das stille Risiko

Latente ESD-Schäden, das stille Risiko 12.2.2026

In vielen Unternehmen ist ESD-Schutz selbstverständlich Teil der Fertigung. Es wird geprüft, es wird dokumentiert und es gibt Vorgaben. Und trotzdem wird das Risiko häufig unterschätzt. Aber warum? Weil ein ESD-Schaden in den seltensten Fällen spektakulär ist.

 

Was kostet ein ESD-Schaden wirklich?

Ein elektrostatisches Ereignis führt nicht zwangsläufig zu einem sofortigen Totalausfall. Deutlich häufiger entstehen sogenannte latente Schäden:

  • Mikroskopische Beschädigungen an Halbleiterstrukturen

  • Verringerte Spannungsfestigkeit

  • Veränderung elektrischer Kennwerte

  • Reduzierte Lebensdauer von Bauteilen

Das Produkt funktioniert zunächst einwandfrei, die Prüfung wird bestanden, die Baugruppe wird ausgeliefert  und der eigentliche Schaden zeigt sich oft erst Monate später beim Kunden. Dann sprechen wir nicht mehr über ein Bauteil, sondern über Reklamationen, Serviceeinsätze, Imageverlust oder Vertragsstrafen. Die tatsächlichen Kosten eines ESD-Schadens gehen daher weit über den Materialwert hinaus.

Warum sind ESD-Fehler oft unsichtbar?

Elektrostatische Entladungen erfolgen im Nanosekundenbereich. Sie hinterlassen keine sichtbaren Spuren, kein Brandpunkt, keine mechanische Beschädigung und kein sofortiger Funktionsausfall. Gerade diese Unsichtbarkeit macht ESD so tückisch. Ein Bauteil kann durch eine Entladung vorgeschädigt sein, ohne dass es im Funktionstest auffällt. In der Fertigung war „alles in Ordnung“. Doch die Ursache liegt möglicherweise Wochen zurück.

 

 

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